Ein Ehrenplatz für Nobelpreisträger in Lindau

Lisa Vincenz-Donnelly/Lindau Nobel Laureate Meetings

Am gestrigen Mittwoch, 14. März begannen im Bodensee vor der Inselhalle die Bauarbeiten für den Nobelpreisträger-Steg des Lindauer Wissenspfads. Mit ihm ehren Stiftung und Kuratorium der Lindauer Nobelpreisträgertagungen die etwa 400 Nobelpreisträger, die seit Gründung der Tagungen 1951 bereits in Lindau waren.

Als Fundament für den eigentlichen Bau werden in den kommenden Tagen insgesamt 43 sogenannte Dalben – Pfähle, auf denen der Anlegesteg aufgebracht wird – in den sogenannten „Kleinen See“ – den Bereich zwischen der Lindauer Insel und dem Festland –  gestellt. Eine Vorarlberger Firma, die seit vielen Jahrzehnten im Hafenbau im Bodensee tätig ist, montiert die Dalben von einem Spezialschiff aus. Wegen des rekordverdächtigen Pegelstands des Bodensees konnte das Schiff in den vergangenen Wochen nicht in den Kleinen See einfahren, weshalb sich die Bauarbeiten um einige Wochen verzögerten. Die offizielle Einweihung des Stegs ist im Rahmen der 68. Lindauer Nobelpreisträgertagung geplant, die vom 24. bis 29. Juni stattfindet.

„Wir möchten die Stadt Lindau um eine neue Attraktion bereichern, die für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich ist“, sagt Nikolaus Turner, Vorstandsmitglied von Kuratorium und Stiftung der Lindauer Nobelpreisträgertagungen. „Der Ehrenplatz für einige der bedeutendsten Wissenschaftler der Welt soll die große Zahl der Nobelpreisträger, die seit fast 70 Jahren an den Lindauer Tagungen teilgenommen haben, noch stärker in das Bewusstsein von Lindauern und Touristen bringen.“ Dank einer Förderung der Prof. Otto Beisheim Stiftung ist die Finanzierung des Projekts gesichert, für die Stadt Lindau entstehen keine Kosten.

Zentrale Station des Lindauer Wissenspfads

Ab Mitte April konstruiert eine Schlosserei aus Wangen Boden und Geländer des Stegs. Auf den Streben des Geländers werden die Namen der jeweiligen Nobelpreisträger, ihre Disziplin, das Jahr der Preisverleihung sowie das Jahr der ersten Teilnahme in Lindau eingelasert. Für Besucher soll der 42 Meter in den Kleinen See ragende Steg wie eine Verlängerung des neuen Stadtplatzes vor der Lindauer Inselhalle anmuten. Bereits im letzten Jahr waren einzelne Schiffsanleger im Kleinen See entsprechend verlegt worden, um Platz zu schaffen für den neuen Steg. Die Zahl der Anlegestellen hat sich aber nicht verringert.

Auch alle künftig an einer Lindauer Tagung teilnehmenden Laureaten sollen auf dem Steg verewigt werden, darunter die neun Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger, die Ende Juni erstmals nach Lindau kommen. „Insgesamt verfügt der Steg über rund 1000 Geländerstreben, das heißt, wir haben noch ca. 600 freie Plätze. Das sollte für die nächsten Jahre reichen“, ist sich Wolfgang Huang, Leiter der Geschäftsstelle der Lindauer Tagungen, sicher. „Ein kleiner Anleger ermöglicht theoretisch die Anfahrt von Wassertaxis und damit vielleicht zukünftig sogar die Realisierung von ‚Park&Ship‘ in Lindau.“

Der Steg markiert die zentrale Station des Lindauer Wissenspfads. Dieser besteht aktuell aus insgesamt 16 Wissenspylonen in Lindau und lädt seit 2017 Groß und Klein ein, sich auf die Spuren der Nobelpreise zu begeben. An den Wissenspylonen können Lindauerinnen und Lindauer, aber auch Interessierte aus aller Welt, mehr zu den unterschiedlichen Nobelpreisdisziplinen und zu den Lindauer Nobelpreisträgertagungen erfahren. Begleitend zum Wissenspfad gibt es eine App, die Nutzer in den App-Stores kostenlos herunterladen können.

Weitere Informationen
www.wissenspfad.de
www.lindau-nobel.org
Mediathek der Lindauer Nobelpreisträgertagungen