Eröffnung der 65. Nobelpreisträgertagung in der Inselhalle Lindau, Foto: Rolf Schultes/Nobel Laureate Die 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung wurde am Sonntag, 28.06.2015 von Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg, Präsidentin des Kuratoriums der Lindauer Nobelpreisträgertreffen, feierlich in der Inselhalle Lindau eröffnet. Die diesjährige Tagung ist interdisziplinär ausgerichtet, widmet sich also allen drei naturwissenschaftlichen Nobel-Disziplinen gleichzeitig: Physik, Medizin und Chemie. Und es ist eine ganz besondere Tagung: Mit 65 Nobelpreisträgern nehmen in diesem Jahr so viele Laureaten wie noch nie zuvor an einer Tagung teil. Sie treffen auf 650 herausragende Nachwuchswissenschaftler ihrer Disziplinen. Und es ist die letzte Tagung in der “alten” Inselhalle. Pünktlich zur 67. Tagung der Nobelpreisträger im Juni 2017 soll die neue Inselhalle eröffnet werden.

In den kommenden Tagen werden die “Young Scientists” die einmalige Chance haben, mit Laureaten einerseits und ihren jungen Kollegen aus aller Welt anderseits direkt ins Gespräch zu kommen, steht doch der offene Dialog zwischen den Kulturen und Generationen stets im Vordergrund. Dieser ermöglicht erst die inspirative Auseinandersetzung mit den drängenden und doch so groß erscheinenden Fragen der Menschheit wie den anhaltenden Kampf gegen den Hunger oder den Klimawandel.

Als Zeichen dafür, welch weltweites Renomee die Lindauer Nobelpreisträgertagungen genießen und welch globalen Wirkungsgrad sie erzielen, ist nicht nur die Anwesenheit und Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck zu werten. Neben den Spitzenforschern und Nachwuchswissenschaftlern aus fast 90 Ländern fanden sich unter den rund tausend Gästen Bundespräsident a.D. Horst Köhler, Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, Entwicklungshilfeminister Gerd Müller, Bayerns Europaministerin Beate Merk und nicht zuletzt die Chefs weltbekannter Firmen und Konzerne.

Gauck dankte in seiner Rede den Nobelpreisträgerinnnen und Nobelpreisträgern für ihren wertvollen Einsatz und ihre Bereitschaft, pro bono ihre Erfahrungen mit den Nachwuchswissenschaftlern zu teilen. In Zeiten, in denen es nie zuvor so leicht war, mit einem Mouseclick Mitstreiter für ein Projekt zu mobilisieren, sei aber dennoch die persönliche Begegnung unersetzlich. Aufgrund der heutigen technologischen Möglichkeiten erheben sich ethische und moralische Fragen und Herausforderungen, die sicherlich nicht wenig Raum in den Gesprächen der kommenden Tage einnehmen werden.

Weitere Informationen unter www.lindau-nobel.org